Tradition und Aktualität beißen sich nicht

Ein Rückblick auf das 14. Frankfurter Symposium Compliance & Unternehmenssicherheit

Foto Salvatore Saporito, LexisNexis GmbH

Das Frankfurter Symposium Compliance & Unternehmenssicherheit fand in diesem Jahr zum 14. Mal statt. Damit kann man es schon als traditionelles Event bezeichnen. Das bedeutet jedoch nicht, dass es in irgendeiner Weise angestaubt wäre. Ganz im Gegenteil: Die diesjährigen Themen waren aktueller denn je und zeigen, dass sich Tradition und Aktualität durchaus nicht beißen. Die Abgasmanipulation des Volkswagenkonzerns, der BND-Abhörskandal und die Schmiergeldaffäre bei der WM-Vergabe des Deutschen Fußballbundes gaben die Steilvorlagen für zahlreiche Gespräche und Diskussionen.

Der ADAC zeigte sich selbstbewusst

Aus Sicht der Compliance-Aufbereitung erhielt der Auftritt von Alexander Möller, Mitglied der Geschäftsführung des ADAC e.V., im One-to-One-Gespräch eine sehr hohe Aufmerksamkeit. Dass sich der ADAC den Fragen auf diesem Podium stellt, ist mutig und zeigt, dass er es ernst meint mit der Aufklärung und den Bemühungen, verlorengegangenes Vertrauen wieder aufzubauen. Anstatt sich vor der Öffentlichkeit zu verstecken, präsentierte sich der Verein selbstbewusst. Und Möller vermittelte den Zuhörern den Eindruck, dass vieles zur Aufbereitung des Skandals aus dem vergangenen Jahr getan wurde und Maßnahmen zur Prävention künftiger Compliance-Fälle ergriffen wurden.

Bei Skandalen Demut lernen

Frankfurter Symposium Compliance - DiskussionDas Themenspektrum reichte von politischen über wirtschaftliche bis zu praktischen Informationen rund um die Compliance. Nicht zuletzt weckte das Zusammenspiel von Tradition und aktuellen Themen großes Interesse und zog in diesem Jahr 500 Teilnehmer an. Auf den Foren und in den Workshops wurde deutlich, dass die Compliance-Community im Umgang mit Skandalen sensibler geworden ist. Eine bemerkenswerte Aussage kam von Dr. Donatus Kaufmann, Mitglied des Vorstands der Thyssen Krupp AG. Er wies darauf hin, dass eine Community lernen müsse, Demut zu zeigen. Nicht jeder vermeintliche Experte solle sich vorschnell zu Skandalen äußern, sondern „erst mal hinschauen, was genau passiert ist", bevor er ein Urteil spreche.

Neue Werkzeuge zur CMS-Optimierung gesucht

Genau hingeschaut haben in jedem Fall die Teilnehmer, die am Börsenplatz Frankfurt interessanterweise in diesem Jahr verstärkt aus der Wirtschaft und Industrie und weniger aus dem Finanzsektor kamen. Ihr Interessensschwerpunkt lag auf dem Informationsgewinn und dem konstruktiven Austausch mit Kollegen, Referenten und anderen Compliance-Experten. An den Ausstellungsständen wie bei LexisNexis ging es verstärkt um praxisrelevante Themen, beispielsweise um neue Werkzeuge zur Optimierung von Compliance ManagemenFrankfurter Symposium Compliance - Ausstellungt Systemen. Nicht die Skandale standen im Vordergrund, sondern Praxiswissen zur Vermeidung von Fehlern.

Thema für den Mittelstand

Erfreulicherweise hat sich in diesem Jahr auch der Mittelstand in die Community eingereiht, wenngleich er noch eigene Wege finden muss, da das Überstülpen von Compliance Management Systemen aus Großunternehmen diese Betriebe schnell überfordern könnte, wie Heiko Maas, Bundesminister der Justiz und für Verbraucherschutz, in seinem Grußwort formuliert.

Aus meiner Sicht war das Frankfurter Symposium Compliance wieder einmal sehr interessant. Ich freue mich auf die Inhalte und Diskussionen im nächsten Jahr.


Zur Person

Salvatore Saporito ist Business Development Manager Risk & Compliance und seit 2003 bei der LexisNexis GmbH. Er studierte an der Universität zu Köln Wirtschaftswissenschaften (Betriebswirtschaftslehre) mit dem Abschluss Diplom-Kaufmann. Er ist Mitglied im Deutschen Institut für Compliance (DICO), im österreichischen Compliance Praxis Netzwerk sowie im American Chamber of Commerce. Salvatore Saporito ist regelmäßig Referent zum Thema Geschäftspartnerüberprüfung.

Diesen Blog-Beitrag teilen:


Melden Sie sich zum zweimonatlich erscheinenden LexisNexis Newsletter an.