LexisNexis Studie: „Past, Present + Future of Information Management"

PRESENT

Als Leiter der Zentralbibliothek im Forschungszentrum Jülich bin ich seit 2008 dafür verantwortlich, dass unsere Kunden mit der passenden und fachgerechten Information und Literatur versorgt werden.

Ein Aufgabenschwerpunkt liegt ganz klar darin sicherzustellen, dass unsere Forscher Zugang zu den für sie relevanten Informationen in Form von Publikationen, Büchern, Zeitschriften und Datenbanken erhalten. Dafür ist es erforderlich, dass wir als Information Professionals uns intensiv mit den Forschern aus den verschiedenen Fachbereichen vernetzen. Denn nur so können wir verstehen, welche Themen aktuell und in mittelbarer Zukunft für die Forschung essenziell sind. Dafür arbeiten wir außerdem intensiv mit anderen wissenschaftlichen Bibliotheken oder Auftraggebern zusammen, um immer das Ohr am Puls der Zeit zu haben. Denn wenn wir wissen, was in der Wissenschaft passiert, können wir passgenaue Angebote erstellen, beispielsweise durch Bereitstellung von elektrochemischer Literatur für ein neu gegründetes Institut für Batterieforschung.

Die Auswahl der richtigen Tools und Datenbanken hilft in unserer Tätigkeit. Wir stellen fest, dass die Forscher diese umso lieber annehmen, je besser wir den Nutzen und Mehrwert der Tools für Ihre Arbeit erklären. Dies gilt für interne Datenbanken wie Bibliothekskataloge sowie für Datenbanken externer Anbieter etc. Insbesondere unsere Kunden, die als Forscher äußerst gründlich recherchieren müssen, erkennen schnell, dass sie die erforderliche Tiefe an Informationen nicht über freie Suchmaschinen erhalten.

Wir verstehen uns nicht mehr als reiner Informationsvermittler. Ein großer Teil unserer Aufgaben besteht heute darin, unseren Kunden unser professionelles Know-how zur Verfügung zu stellen, sie individuell zu beraten und ihnen zu helfen, innerhalb der eingesetzten Recherche-Tools die gesuchten Daten und Fakten zu finden.

So leisten wir unseren Beitrag zum Forschungsstandort Jülich.

PAST

In der Vergangenheit war die Recherche für uns und unsere Kunden sehr viel komplexer. Wir mussten mehrere Retrievalsprachen wie z. B. Messenger beherrschen. Daher war es zwingend erforderlich, dass wir uns zum einen selber laufend auf diesem Gebiet weiterbildeten und zum anderen umfangreiche Recherche-Schulungen anboten.

Erst durch die Einführung der browser-basierten Zugänge und Oberflächen wurde die Recherche auch für Nicht-Information Professionals einfacher und die Schulungsintensität nahm wieder ab.

FUTURE

Was die Entwicklung der Benutzeroberflächen betrifft, so gehe ich davon aus, dass diese immer intuitiver werden.

Ein wesentlicher Trend im Information Management wird sein, dass die Kommunikation zwischen Forschern immer stärker in Form von Communities stattfinden wird. Literaturverwaltungsprogramme wie Mendeley oder Sharing-Plattformen wie Research Gate und andere werden sich zunehmend durchsetzen.

Insgesamt wird sich das Publikationswesen komplett wandeln. Dies wird auch tiefgreifende Auswirkungen auf das Bibliothekswesen haben. Meine Annahme geht dahin, dass in Zukunft 90 % der Informationen über Open Access zugänglich sein werden.


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